In Obino:

Das Künstlerhaus der Carabelli (heute Privateigentum). Die Familie Carabelli besass mindestens zwei Häuser, eines im Kern (wo mehrere Künstler geboren wurden) und das andere am Rande des Kerns direkt unterhalb der Kirche Sant'Antonino. Die Künstler dieser Familie zeichneten sich in der Kunst der Stukkatur, der Holz- und Marmorskulptur sowie der Malerei in einem Zeitraum von etwa 1670 bis 1896 aus. Antonio (1648-1694), ein Stuckateur, schmückte mehrere Kirchen in Salzburg und der benachbarten Lombardei. Giovanni Albino (1692-1766) Bildhauer in Holz und Marmor; er arbeitete am Hof in Lissabon und zu Hause. Von ihm stammen die Holzstatue des heiligen Antonius und die Holzskulpturen der Kanzel in der Pfarreikirche Sant'Eusebio in Castel San Pietro. Giovanni Albino hatte zwei Söhne: Giuseppe Albino (1721-1803), ein Schnitzer (das Gehäuse der Serassi-Orgel in Sant'Eusebio stammt von ihm), und Francesco (1737-1788), ein Bildhauer und wohl der berühmteste. Seine Grosseltern Antonio Carabelli und Giovanni Pietro Magni, sein Cousin Francesco Pozzi und sein Lehrer Carlo Maria Giudici aus Viggiù, ein Bildhauer, waren sicherlich wertvolle Vorbilder für ihn. Francesco arbeitete mit seinem Meister auf der Baustelle des Mailänder Doms; hier schuf er zwischen 1786 und 1795 an der Fassade zahlreiche Reliefs von hohem künstlerischem Wert. Von ihm stammt die Karyatide, die auf dem rechten Eckpfeiler der Kathedrale in Richtung des Palazzo Reale steht. Heute ist nur noch die Kopie zu sehen, da das Original durch Umweltverschmutzung beschädigt wurde. Ebenfalls in Mailand schuf er 61 Stuckfiguren im Palazzo von Giuseppe Pezzoli. Im Jahr 1943 wurde das Gebäude bombardiert, und nur acht Statuen in den Nischen des grossen Treppenhauses konnten gerettet werden. Im mittleren Teil des Palazzo Serbelloni zeigt ein Fries mit Reliefs Episoden aus dem Streit zwischen Federico Barbarossa und der Lega Lombarda. Am Lago Maggiore: auf der Isola Bella, im Ballsaal des Palazzo Borromeo und in der Villa Olmo in Como befinden sich Skulpturen und Stuckarbeiten von ihm. Im Jahr 1776 arbeitete Francesco in Deutschland, im prächtigen Park des Schlosses Schwetzingen, wo er viele der 130 Skulpturen schuf. Er starb 1798 in Mailand. Donato Carabelli (1760 - 1839), ein würdiger Nachfolger von Francesco (Sohn von Giovanni Albino, der nicht mit Giuseppe Albino und Francescos Vater identisch war), schuf zahlreiche Statuen an der Fassade und im Inneren des Doms in Mailand. Giuseppe (1832 - 1896), Stuckateur, arbeitete in Florenz. Ein geflügelter Engelskopf und eine Statue des Heiligen Antonius befinden sich in der Kirche Sant'Antonino in Obino.